Weltpolitik und Märkte: Die Folgen der Nahostkrise
GASTGEBE
Benoit Anne
Senior Managing Director,
Strategy and Insights Group, MFS
GAST
Charles Myers
Chairman and Gründer,,
Signum Global Advisors
Im Überblick
- Zwei Wochen nach den schwersten Angriffen könnte sich die Lage etwas beruhigen.
- Langfristig könnte ein schwächerer Iran gut für die Region und die Welt sein.
- Trotz vorübergehender Preisspitzen dürfte Öl wegen des steigenden Angebots billiger werden.
- Sachwerte, Zykliker, Verteidigungswerte und Öldienstleister scheinen attraktiv.
Die Eskalation im Nahen Osten ist ein wichtiges Marktthema, das neue Fragen für Investoren aufwirft. In einem von Benoit Anne moderierten Live-Webcast sprach Charles Myers von Signum Global Advisors über seine Einschätzung des Konflikts und die möglichen Folgen für Energiepreise und Finanzanlagen.
Zwei Wochen nach den schwersten Angriffen könnte sich die Lage etwas beruhigen
Charles Myers glaubt, dass die Angriffe ein bis zwei Wochen nach ihrem Höhepunkt nachlassen und sich die Lage danach etwas beruhigt. Realistisch scheint ihm nur ein Ergebnis: Der Iran verliert, kann keine Kernwaffen mehr entwickeln, und die USA kontrollieren zusammen mit ihren Verbündeten die Straße von Hormus. In einem Negativszenario würde der Krieg länger dauern, als die USA annehmen, wenn sich der Iran weiter heftig wehrt oder mehr Schiffe in der Straße von Hormus angreift. In drei Fällen könnten sich die USA zurückziehen, ohne ihre Ziele erreicht zu haben:
1) Wenn Öl längerfristig mehr als 100 US-Dollar je Barrel kostet
2) Wenn die US-10-Jahres-Rendite über 4,5% steigt
3) Bei hohen Verlusten des amerikanischen Militärs
Außerdem könnten die bevorstehenden Zwischenwahlen zur Entspannung beitragen – wenn die Administration fürchtet, dass die Demokraten bei anhaltend hohen Ölpreisen Senatssitze hinzugewinnen.
Langfristig könnte ein schwächerer Iran gut für die Region und die Welt sein
Myers betrachtet nicht nur das nächste halbe Jahr. Er glaubt, dass ein schwächerer Iran – der keine Bedrohung für seine Nachbarn mehr ist und keine Kernwaffen mehr entwickeln kann – gut für die Region und die Welt wäre. China und Russland haben sich bislang auffallend ruhig verhalten. Die amerikanischchinesischen Gespräche sollen nächsten Monat wie geplant stattfinden, und Russland steht angesichts des schwindenden Einflusses in Venezuela und des anhaltenden Krieges mit der Ukraine unter Druck. Myers glaubt, dass China und Russland am Ende zu den Verlierern zählen, da die Achse aus China, Russland, dem Iran und Nordkorea geschwächt wird.
Trotz vorübergehender Preisspitzen dürfte Öl wegen des steigenden Angebots billiger werden
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges hängen stark von der Ölpreisentwicklung ab. Myers glaubt, dass der Ölpreis wohl nur dann wieder über 120 Dollar je Barrel steigt, wenn es für die USA nicht gut ausgeht. Für kurzfristig realistischer hält er knapp 100 US-Dollar. Bleibt Öl aber mehrere Wochen lang sehr teuer, würde das die Inflation treiben und die Fed von weiteren Zinssenkungen abhalten. Längerfristig erwartet Myers aber einen Ölpreisrückgang auf gut 50 US-Dollar, weil weltweit koordiniert Ölreserven freigegeben werden sollen und ein zusätzliches Angebot (etwa aus Venezuela) zu erwarten ist. In den nächsten beiden Wochen rechnet er wieder mit niedrigeren Ölpreisen, weil:
1) Präsident Trump die Development Finance Corporation (DFC) anweist, Schiffe zu versichern
2) Die USA Öltanker mit Kriegsschiffen begleiten wollen, wenn die Angriffe nachlassen
3) Die USA und ihre Verbündeten die Straße von Hormus wieder kontrol-lieren und dort mit Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen patrouillieren
Sachwerte, Zykliker, Verteidigungswerte und Öldienstleister scheinen attraktiv
Myers bleibt für Konjunktur und Märkte optimistisch. Er glaubt, dass die USA ihr Wachstumsziel von 3% in diesem Jahr erreichen und rechnet nicht mit einer Stagflation. Das größere Risiko ist aus seiner Sicht eine anhaltende Inflation aufgrund einer expansiven Fiskalpolitik. Interessant scheinen ihm folgende Positionierungen:
- Regionen: USA übergewichten, da der Ausverkauf wegen der möglichen Auswirkungen von KI gerade bei den besten Softwarefirmen für interessante Kaufgelegenheiten gesorgt hat; ausgewählte Chancen in Europa – einige Länder entwickeln sich gut (Griechenland, Italien, Portugal, Spanien), während andere Probleme haben (Frankreich, Deutschland); Optimismus für die Emerging Markets, die wegen des starken Dollar kurzfristig unter Druck ge-rieten, zumal die Risikobereitschaft der Anleger nachließ – sie profitieren aber weiter von der Entwicklung in China und anderen asiatischen Ländern
- Sektoren: weitere Umschichtungen in Sachwerte, Zykliker, Verteidigung und Öldienstleister (z.B. Raffinerien)
Fazit
Weltlage und Marktumfeld bleiben unsicher. Dennoch hält Charles Myers es langfristig für das Beste, investiert zu bleiben und Qualitätsunternehmen sowie besonders aussichtsreiche Länder überzugewichten.
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