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DIE WOCHE IM RÜCKBLICK
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Trotz Patt am Golf: Hohe Gewinne lassen Kurse steigen

Wirtschaft und Märkte aktuell

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AUTOR

Jamie Coleman
Senior Strategist, Strategy and Insights Group

25. April bis 1. Mai 2026

Wegen der überraschend hohen Gewinne der großen Technologieunternehmen notierten internationale Aktien diese Woche nur knapp unter ihren Allzeithochs. Die US-Zehnjahresrendite stieg von 4,30% auf 4,39%. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um etwa 8 US-Dollar auf 102,75 US-Dollar, da die Straße von Hormus weiter blockiert bleibt. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) stieg die Volatilität diese Woche leicht auf 19,3.

IRANKRIEG

Nach der Absage neuer amerikanisch-iranischer Verhandlungen legte der Ölpreis diese Woche weiter zu. Der Iran will die Straße von Hormus wieder öffnen, wenn die USA ihre Seeblockade aufheben, aber über das Nuklearprogramm erst später verhandeln. Die USA lehnten diesen Vorschlag Ende der Woche aber ab. Ohne neue Verhandlungen über das Nuklearprogramm will Trump die Seeblockade dem Vernehmen nach um bis zu mehrere Monate verlängern und vielleicht sogar erneut einige Luftangriffe auf den Iran fliegen. Bis jetzt beharrt der Iran auf seinem Recht zur Urananreicherung. Gerüchten zufolge hat die iranische Führung den USA am Donnerstag über Pakistan ein neues Friedensangebot vorgelegt.

Brent-Futures stiegen am Donnerstag kurzzeitig auf 126 US-Dollar, gaben dann aber wieder etwas nach.

Das Pentagon schätzte die bisherigen Kriegskosten diese Woche auf 25 Milliarden US-Dollar.

Weil die Lagerkapazitäten bald ausgeschöpft sind, wird die Seeblockade für den iranischen Ölsektor zu einem immer größeren Problem. Analysten halten Förderkürzungen aufgrund veralteter Bohrtürme und erschöpfter Ölfelder für besonders riskant.

Unterdessen hat Präsident Trump Anfang der Woche eine neue Strategie zur Wiederöffnung der Meerenge ins Gespräch gebracht. Die USA sollen iranische Häfen weiter blockieren und zusammen mit ihren Verbündeten schärfere Sanktionen verhängen, wenn der Iran den Öltransport weiter stört, sagte ein hoher US-Beamter. Das „Maritime Freedom Construct“ genannte Konzept fand sich in einem internen Telegramm des US-Außenministeriums. Am Dienstag hatte es die amerikanischen Botschaften aufgefordert, ausländische Regierungen zur Mitwirkung zu bewegen.

Wegen der anhaltenden Differenzen zwischen Trump und mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs dachte der US-Präsident diese Woche laut über eine Verringerung der US-Truppen in Deutschland, Italien und Spanien nach.

KONJUNKTUR

Fed lässt Zinsen unverändert; Powell macht weiter

Jerome Powells letzte Sitzung als Notenbankchef war alles andere als langweilig. Wie allgemein erwartet ließ die Fed den Leitzins unverändert, doch gab es vier Gegenstimmen. Notenbankvorstand Stephen Miran wollte die Zinsen um einen viertel Prozentpunkt senken; drei andere Offenmarktausschussmitglieder lehnten den „Easing Bias“ im Protokoll ab, also den Hinweis auf eine mögliche spätere Lockerung. Zu Beginn der Pressekonferenz überraschte Powell viele mit der Ankündigung, „einstweilen“ im Notenbankvorstand zu bleiben, um die Unabhängigkeit der Fed gegen die aus seiner Sicht „beispiellosen“ juristischen und politischen Angriffe der Trump-Administration zu verteidigen. Unterdessen liegt die Inflation schon seit fünf Jahren über dem Zielwert. Die Uneinigkeit der Offenmarktausschussmitglieder könnte dennoch bewirken, dass die Geldpolitik vielleicht schon in der Junisitzung neutraler wird.

US-Finanzminister Scott Bessent kritisierte Powells Entscheidung; sie würde gegen die Tradition verstoßen. Präsident Trump sagte hingegen am Donnerstag, dass es ihm egal sei, ob Powell Vorstandsmitglied bleibe.

Powells Amtszeit als Notenbankchef endet am 15. Mai, doch kann er bis Januar 2028 im Vorstand bleiben. Am Mittwoch schlug der Bankenausschuss dem Senat vor, Kevin Warsh als seinen Nachfolger zu bestätigen. Noch steht aber kein Termin für die Abstimmung fest.

Unterdessen haben die Bank of Japan, die Bank of Canada, die Bank of England und die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen diese Woche nicht geändert.

Emirate verlassen OPEC

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben diese Woche ihren Austritt aus der OPEC erklärt. Dem Kartell könnte es jetzt schwererfallen, die verbleibenden Mitglieder zu Förderkürzungen zu bewegen. Die Ölförderung der Emirate liegt schon lange unter der geschätzten Kapazität von 4,8 Millionen Barrel täglich. Nach ihrem Austritt können sie sie im eigenen Ermessen anheben. Kurzfristig dürfte das die Ölpreise wegen der Unpassierbarkeit der Straße von Hormus wohl nur wenig beeinflussen, langfristig könnten sie aber fallen.

KURZ GEFASST

Außer in den USA sind die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für das Verarbeitende Gewerbe im April weiter gestiegen. Aufgrund von Lieferstörungen durch den Irankrieg und die hohe Nachfrage nach KI-Technik legte der Auftragseingangsindex kräftig zu; offensichtlich sind viele Unternehmen vorsichtig und stocken ihre Lagerbestände auf. Der ISM-Faktorpreisindex stieg auf den höchsten Wert seit April 2022, kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine.

Land/Region

Verarbeitendes Gewerbe

USA (ISM)

52,7 (unverändert)

Euroraum

Feiertag am 1. Mai

Großbritannien

53,7 von 51,0

Japan

55,1 von 51,6

China

50,3 von 50,4

Welt (JPM)

Verspätet

Der S&P 500 Index legte im April um 10% zu, der größte monatliche Anstieg seit November 2020.

Am Donnerstag stimmte das US-Repräsentantenhaus dafür, große Teile des Heimatschutzministeriums wieder zu finanzieren. Damit endet ein 76-tägiger Teil-Shutdown.

S&P Dow Jones regt an, dass Unternehmen nach einem Börsengang künftig nicht mehr ein Jahr, sondern nur noch sechs Monate bis zur Indexaufnahme warten müssen. Für dieses Jahr werden mehrere Börsengänge großer Technologieunternehmen erwartet. Zu Jahresbeginn hatte bereits die NASDAQ die Indexaufnahme beschleunigt. Mega Caps müssen nach ihrem Börsengang jetzt nur noch 15 Handelstage warten, um in den NASDAQ 100 zu gelangen.

Laut Bloomberg bemühen sich Chinas staatliche Raffinerien um die Erlaubnis, ab Mai wieder Treibstoff exportieren zu dürfen. Sie begründeten das mit den hohen Lagerbeständen infolge der schwachen Nachfrage, u.a. wegen höherer Treibstoffpreise und mehr Elektrofahrzeugen.

Amerikanische Energieexporte haben wegen des Nahostkrieges kräftig zugelegt. Die Ausfuhr von Rohöl und Raffinerieprodukten stieg in der Woche bis zum 24. April auf ein neues Rekordhoch von fast 14,2 Millionen Barrel täglich.

Der Case-Shiller-Hauspreisindex für die USA ist im Februar um 0,7% z.Vj. gestiegen; im Januar waren es noch 0,8% z.Vj.

Der Konsumklimaindex des Conference Board stieg im April auf ein Jahreshoch von 92,8 statt der erwarteten 89,0. Die Differenz zwischen der Zahl der für den Arbeitsmarkt optimistischen und pessimistischen Teilnehmer stieg den zweiten Monat in Folge.

Deutschland will die Verteidigungsausgaben 2027 um 20% z.Vj. erhöhen, schreibt die Financial Times.

Am Donnerstag bestätigte Fitch Ratings das amerikanische Länderrating von AA+ mit stabilem Ausblick, verwies aber auch auf anhaltende Herausforderungen durch höhere Haushaltsdefizite und steigende Schulden. Die große und dynamische Volkswirtschaft, der Status des Dollar als Weltreservewährung sowie Größe und Tiefe der amerikanischen Kapitalmärkte seien wichtige Stärken.

Im März stiegen die Bestellungen langlebiger Güter in den USA um 0,8%, wobei der Kern­index nicht zuletzt wegen der hohen Nachfrage nach KI-Infrastruktur um beachtliche 3,3% zulegte. Das ist der stärkste monatliche Anstieg seit Juni 2020.

Am Mittwoch sprach US-Präsident Trump mit Russlands Staatschef Wladimir Putin. Demnach bot der russische Präsident seine Hilfe beim Umgang mit der iranischen Urananreicherung an. Trump meinte, es sei ihm lieber, wenn Putin stattdessen den Krieg in der Ukraine beende. Vor Journalisten sagte der US-Präsident, dass Putin bald einen kurzen Waffenstillstand ankündigen könne, weil sich das Ende des Zweiten Weltkriegs jährt.

Die mit über 160 Yen je US-Dollar zuletzt schwache japanische Währung hat sich am Donnerstag erholt, da von Devisenmarktinterventionen des japanischen Finanzministeriums die Rede war. Anhaltende Inflationssorgen und die Befürchtung, dass die Notenbank die Inflation nicht ernsthaft bekämpfe, hatten dem Yen geschadet.

In den USA fielen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosengeld auf ein 57-Jahres-Tief von 189.000.

Der PCE-Kernindex stieg im März um 0,3% z.Vm., nach 0,4% im Februar. Gegenüber dem Vorjahr legte er um 3,2% zu, nach 3% im Vormonat.

Kanadas BIP stieg im Februar um 0,2% z.Vm. und 1% z.Vj.

Die Euroraum-Wirtschaft ließ Anfang 2026 nach. Nach 1,2% z.Vj. im 4. Quartal wuchs sie nur noch um 0,8% z.Vj. Die Verbraucherpreise stiegen im April um 3% z.Vj., nach 2,6% im März. Die Arbeitslosenquote ging von nach oben korrigierten 6,3% im Februar auf 6,2% im März zurück.

Präsident Trump wies am Donnerstag das Finanzministerium an, ein Bundes-Altersvorsorge­programm für Arbeitnehmer einzurichten, deren Arbeitgeber keine 401(k)-Pläne anbieten. Wer an dem Programm teilnimmt, soll für die ersten 2.000 US-Dollar an Beiträgen 50% Staatszuschlag erhalten, also maximal 1.000 US-Dollar.

Nach dem Staatsbesuch von König Charles III. in den USA erklärte Trump, einen Teil der Zölle auf schottischen Whisky aufzuheben.

Am Donnerstag untersagte der US-Senat einstimmig seinen Mitgliedern und Mitarbeitern Wetten an sogenannten Prognosemärkten.

GEWINNMELDUNGEN

Bislang haben etwa 63% der S&P-500-Unternehmen die Ergebnisse für das 1. Quartal 2026 vorgelegt. Kombiniert mit Schätzungen für die übrigen 37% sind die Gewinne laut FactSet um beeindruckende 27,1% z.Vj. gestiegen, vor allem wegen des 50-prozentigen Gewinnanstiegs im Technologiesektor. Die Umsätze haben im Vorjahresvergleich um 11% zugelegt.

NÄCHSTE WOCHE

Montag: Auftragseingänge in den USA, PMI für das Verarbeitende Gewerbe im Euroraum

Dienstag: Notenbanksitzung in Australien, Dienstleistungs-PMI, JOLTS-Index und Verkäufe neuer Immobilien in den USA

Mittwoch: Dienstleistungs-PMIs in Großbritannien und im Euroraum

Donnerstag: Produktivität (ohne Landwirtschaft) in den USA, Einzelhandelsumsätze im Euro­raum

Freitag: US-Arbeitsmarktbericht, Dienstleistungs-PMI in Japan

 

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

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Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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