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DIE WOCHE IM RÜCKBLICK
6 min

KI-Disruption verunsichert Anleger immer mehr

Wirtschaft und Märkte aktuell

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AUTOR

Jamie Coleman
Senior Strategist, Strategy and Insights Group

31. Januar bis 6. Februar 2026

Internationale Aktien gaben diese Woche nach. Die US-Zehnjahresrendite fiel von 4,24% auf 4,20%. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verbilligte sich um etwa 1 US-Dollar auf 62,75 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) stieg die Volatilität diese Woche von 17,25 auf 20.

KONJUNKTUR

Angst vor KI-Disruption lässt Softwareaktien fallen

Weil immer mehr Anleger die Konkurrenz von KI für etablierte Anwendungen fürchten, brachen Softwareaktien diese Woche heftig ein. Weil Anthropic kürzlich neue produktivitätssteigernde KI-Tools vorgestellt hatte, könnten manche Tools für die Arbeit an Rechtsdokumenten und Datenbanken plötzlich obsolet werden. Außerdem legten mehrere Technologieriesen ihre Quartalszahlen vor. Demnach planen sie dieses Jahr zusammen Investitionen von etwa 650 Milliarden US-Dollar, was neue Ängste vor zu hohen Investitionen weckte. Andere Technologiewerte verloren ebenfalls, wie auch Private-Capital-Gesellschaften mit einem hohen Technologieanteil. Substanzwerte waren hingegen gefragt. Der Russell 1000® Value Index stieg am Mittwoch auf ein Rekordhoch.

USA und Indien einigen sich beim Außenhandel

Die Einzelheiten müssen zwar noch geklärt werden, aber im Grundsatz haben sich die USA und Indien auf einen Handelsvertrag geeinigt. Demnach werden die USA ihre Zölle auf indische Waren von 50% auf 18% senken. Die USA hatten gegen Indien einen 25-prozentigen „reziproken“ Zoll sowie einen zusätzlichen 25-prozentigen „Strafzoll“ wegen Ölimporten aus Russland verhängt. In den sozialen Medien schrieb Präsident Trump, dass sich Indien zum Kauf von US-Waren im Wert von 500 Milliarden US-Dollar bereit erklärt habe und Öl statt in Russland demnächst aus den USA und Venezuela beziehen wolle. Außerdem würde Indien auf US-Waren keinen Zoll mehr erheben. Indien stellte anschließend klar, dass sich die Kaufzusagen über fünf Jahre verteilen und bereits abgeschlossene Kaufverträge mitgezählt würden. Auch Investitionen in Datenzentren und Energie seien in den Zahlen berücksichtigt.

Wichtige US-Daten mit Verspätung

Wegen des kurzen Government Shutdown in dieser Woche verschob das US Bureau of Labor Statistics den Arbeitsmarktbericht für Januar vom 6. Februar (Freitag) auf den 11. Februar (Mittwoch). Die Verbraucherpreisdaten werden jetzt am Freitag, dem 13. Februar, bekannt gegeben. Am Dienstag gab das Repräsentantenhaus die Mittel für fünf der sechs Ministerien frei, deren Finanzierung bis zum Ende des laufenden Fiskaljahrs noch nicht gesichert war. Das Heimatschutzministerium soll bis zum 13. Februar eine Übergangsfinanzierung erhalten, solange die Verhandlungen über die Einwanderungspolizei weitergehen.

Japans Premierministerin vor erneutem Wahlsieg

Vor den japanischen Parlamentswahlen an diesem Wochenende liegt die Regierungskoalition aus Liberaldemokraten und Innovationspartei in den Umfragen vorn. Es wird erwartet, dass sie etwa 65% der Sitze im Unterhaus gewinnt. Mit einer Zweidrittelmehrheit von 310 der 465 Sitze könnte sie sogar das Oberhaus überstimmen. Im Wahlkampf sagte Premierministerin Sanae Takaichi, dass die Regierung zwar auf eine aktive, aber zugleich disziplinierte Fiskalpolitik setze. Man wolle die Märkte nicht irritieren. Am Donnerstag ließ Präsident Trump wissen, dass Premierministerin Takaichi ihn am 19. März im Weißen Haus besuchen werde.

KURZ GEFASST

Im Januar legten die Einkaufsmanagerindizes weltweit meist zu. Stark war vor allem der US-Index für das Verarbeitende Gewerbe.

Land/Region Verarbeitendes Gewerbe Dienstleistungen Composite
USA (ISM) 52,6 von 47,9 53,8 (k.Ä.) k.A.
Euroraum 49,5 von 49,4 51,6 von 52,4 51,3 von 51,5
Großbritannien 51,8 von 51,6 54,0 von 51,4 53,7 von 51,4
Japan 51,5 (k.Ä.) 53,7 von 51,6 53,1 von 51,1
China 49,3 von 50,1 49,4 von 50,3 49,8 von 50,1
Welt (JPM) 50,9 von 50,4 52,7 von 52,4 52,5 von 52,0

 

Mehrere Hinweise auf schwächere Arbeitsmarktdaten ließen die US-Renditen Ende der Woche fallen. Nach Angaben der Outplacement-Agentur Challenger, Gray & Christmas wurden im Januar mehr als doppelt so viele Mitarbeiter entlassen wie zuvor. Außerdem stiegen die wöchentlichen Arbeitslosengeldanträge (wobei allerdings das Wetter eine Rolle gespielt haben könnte), und die Zahl der offenen Stellen ging im Dezember zurück. Der Anteil der offenen Stellen verringerte sich von 4,2% auf 3,9%, wobei die Kündigungsquote mit 2% und die Entlassungsquote mit 1,1% unverändert blieben.

Der bekannte Investor Stanley Druckenmiller – ein Mentor von Kevin Warsh, Trumps Kandidat für den Notenbankvorsitz – sagte diese Woche in einem Interview mit der Financial Times, dass Warsh keineswegs immer ein Falke gewesen sei. Vielmehr sei er „sehr offen“ für das geldpolitische Konzept des früheren Notenbankchefs Alan Greenspan, der die Bank während des kontinuierlichen Produktivitätsanstiegs in den 1990ern führte. Wegen seiner Nähe zum Silicon Valley (als Fellow der Stanford University) würde Warsh die Chancen und Risiken von KI gut verstehen, so Druckenmiller.

Chinas Staatschef Xi Jinping sagte diese Woche, dass der Renminbi eine Weltreservewährung werden solle. Dazu müsse China aber seine Finanzmärkte stärken und die rigiden Kapitalverkehrskontrollen lockern.

Edelmetalle wurden diese Woche wieder billiger. Die kräftige Rallye endete abrupt, als Kevin Warsh letzten Freitag für den Notenbankvorsitz nominiert wurde. Die Angst ließ nach, dass die Fed ihre Unabhängigkeit verlieren könnte. Seit dem Rekordhoch von über 5.400 US-Dollar ist der Goldpreis um etwa 9% gefallen. Der Silberpreis hat nach seinem Rekordhoch von 116 US-Dollar um über 35% nachgegeben.

Die Europäische Zentralbank und die Bank of England ließen ihren Leitzins diese Woche unverändert. Allerdings senkte die Bank of England ihre Inflationsprognose, sodass spätere Senkungen durchaus möglich scheinen. EZB-Chefin Christine Lagarde ließ wissen, dass sich die Inflation in die richtige Richtung bewege und die Geldpolitik angemessen sei. Außerdem würde sie Kevin Warshs Nominierung für den Fed-Vorsitz „sehr begrüßen“.

Australien hat erstmals seit Ende 2023 den Leitzins angehoben, und zwar um 25 Basispunkte auf 3,85%. Zuvor war die Inflation etwas gestiegen.

Nach dem offiziellen Bericht über die Januarsitzung der Bank of Japan geht man immer mehr davon aus, dass die Zinsen bald erhöht werden müssen. Der schwache Yen würde die Inflation treiben.

Heute treffen sich Unterhändler der USA und des Iran im Oman, um über die amerikanische Forderung nach einem Ende des iranischen Nuklearprogramms zu sprechen.

Am Mittwoch sagte Senator Tim Scott aus South Carolina, der republikanische Vorsitzende des Bankenausschusses, dass Notenbankchef Jerome Powell vielleicht „unfähig“, aber kein Verbrecher sei. Zu Wochenbeginn hatte Präsident Trump den Washingtoner Bundesstaatsanwalt aufgefordert, die Untersuchung gegen Powell „bis zum bitteren Ende“ fortzusetzen.

Nach Monaten des Streits verabschiedete die französische Nationalversammlung diese Woche das Haushaltsgesetz für 2026. Premierminister Sébastien Lecornu nutzte dafür Artikel 49.3, mit dem die Regierung ein Gesetz ohne Zustimmung des Parlaments verabschieden kann. Sie muss dann aber gegebenenfalls eine Vertrauensabstimmung überstehen.

Nach aktuellen Daten von Barclays PLC hat der S&P 500 Index im Jahr nach der Ernennung eines neuen Notenbankchefs seit 1930 oft stark verloren. Diese „Tests“ führten im Schnitt zu Maximalverlusten von 5% im ersten Monat, 12% in den ersten drei Monaten und 16% im ersten halben Jahr nach Amtsantritt des neuen Notenbankchefs.

Am Donnerstag gab Kanada den Plan auf, dass ab 2035 nur noch Neufahrzeuge mit Elektromotor zugelassen werden sollen.

Im Januar wurden in Kanada 24.800 Stellen abgebaut. Dennoch fiel die Arbeitslosenquote von 6,8% auf 6,5%.

GEWINNMELDUNGEN

Etwa 59% der S&P-500-Unternehmen haben bislang Zahlen vorgelegt. Kombiniert mit Schätzungen für die Unternehmen, deren Daten noch fehlen, sind die Gewinne laut FactSet demnach um 12,9% z.Vj. gestiegen. Die Umsätze haben im Vorjahresvergleich um 8,8% zugelegt. Damit könnten die Gewinne das fünfte Quartal in Folge zweistellig wachsen.

NÄCHSTE WOCHE

Montag: Anlegervertrauen im Euroraum

Dienstag: Einzelhandelsumsätze in den USA

Mittwoch: Verbraucher- und Produzentenpreise in China, US-Arbeitsmarktbericht

Donnerstag: BIP und Industrieproduktion in Großbritannien, Verkäufe von Bestandsimmobilien in den USA

Freitag: BIP, Handelsbilanz und Beschäftigung im Euroraum, Verbraucherpreise in den USA

 

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

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Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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