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DIE WOCHE IM RÜCKBLICK
8 min

Wachsende Arbeitsmarktsorgen wegen KI

Wirtschaft und Märkte aktuell

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AUTOR

Jamie Coleman
Senior Strategist, Strategy and Insights Group

21. bis 27. Februar 2026

Internationale Aktien gaben diese Woche etwas nach, wobei sich Small Caps, Substanzwerte und nicht amerikanische Titel besser hielten. Die US-Zehnjahresrendite fiel um 13 Basispunkte auf 3,97%, weil man einen amerikanischen Angriff auf den Iran fürchtete, die KI-Disruption weiter verunsicherte und die Aktienkurse zum Wochenende fielen. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 80 Cent auf 67,40 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) betrug die Volatilität diese Woche nahezu unverändert 21.

KONJUNKTUR

KI messerscharf analysiert

Eine viel diskutierte Studie zeichnet ein düsteres Bild von einer Zukunft mit KI. Am Montag setzte sie das Marktthema für die Woche. In einem Szenario für 2028 haben die raschen Fortschritte Künstlicher Intelligenz die Produktivität zwar enorm gesteigert, aber auch einen Großteil der menschlichen Arbeit überflüssig gemacht. Prognostiziert werden Arbeitsplatzverluste, ein Einbruch des Konsums und Einbußen der großen Aktienindizes. Am Donnerstag wurde bekannt, dass der Zahlungsdienstleister Block 40% seiner Mitarbeiter entlässt und durch KI-Agenten ersetzt. Manche Beobachter sehen darin nur einen Vorboten für Schlimmeres.

Zweifellos verändert KI nicht nur den Technologiesektor, sondern auch viele andere Branchen grundlegend. Anleger fürchten vor allem, dass die Erträge nicht reichen, damit sich die enormen Investitionen amortisieren. Selbst die hohen Gewinne von NVIDIA beruhigten die Märkte nicht. Skeptiker sahen die Zahlen sogar kritisch, vor allem die Investitionszusagen von 95 Milliarden US-Dollar. Bei einem Abschwung könnten sich so die Lager von NVIDIA ungewollt füllen. Manche vergleichen NVIDIA mit Cisco Systems, als die Dotcom-Blase platzte. Irritierend waren auch Berichte, nach denen chinesischen KI-Modellentwicklern groß angelegte sogenannte Destillationsangriffe vorgeworfen werden. Sie würden KI-Modelle von Wettbewerbern dazu nutzen, ihre eigenen schwächeren Modelle zu trainieren.

State of the Union Address in Überlänge

Trumps Rede zur Lage der Nation dauerte am Dienstag 1 Stunde und 48 Minuten. So lang hatte noch kein anderer Präsident gesprochen. Trump berichtete ausführlich über Erfolge, war aber sonst wenig konkret. Zum Außenhandel sagte er, dass neue Zölle auch ohne Zustimmung des Kongresses möglich seien. Er wolle die Kompetenzen nutzen, die der Kongress dem Präsidenten bereits übertragen habe. Der Präsident forderte die Abgeordneten außerdem auf, institutionellen Investoren den Besitz von Einfamilienhäusern zur Vermietung zu erschweren und schlug vor, Arbeitnehmer ohne 401(k)-Plan in neue Altersvorsorgepläne ähnlich dem Thrift Savings Plan für Bundesangestellte investieren zu lassen. Der Bund würde Einzahlungen bis zur Höhe von 1.000 US-Dollar in gleicher Höhe aufstocken. Außerdem kündigte Trump einen „Ratepayer Protection Plan“ an: Große US-Technologiefirmen hätten sich verpflichtet, selbst für die Stromversorgung neuer Datenzentren zu sorgen, damit die Strompreise für Verbraucher nicht steigen.

Die Gespräche machen Fortschritte, sagen der Iran und die USA

Am Donnerstag trafen sich Vertreter des Iran und der USA in Genf. Zwar wurde noch keine Einigung erzielt, doch sprachen beide Seiten von Fortschritten. Der Iran scheint sich aber amerikanischen Forderungen zu widersetzen, die Uranvorräte außer Landes zu schaffen, die Anreicherung zu beenden und die Nuklearanlagen abzubauen. Dem Vernehmen nach schlug er stattdessen vor, seine Urananreicherung unter Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation zurückzufahren. Für die kommende Woche werden weitere Gespräche erwartet. Ohne einen offiziellen Vertrag besteht aber weiter das Risiko eines amerikanischen Militäreinsatzes. Am Freitag hieß es dann, dass die USA nicht notwendige Mitarbeiter aus ihren Botschaften in Israel und im Libanon evakuieren. Das nährte die Angst vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff. Die Ölpreise stiegen.

KURZ GEFASST

Am Mittwoch sagte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer, dass der amerikanische „Weltzoll“ für manche Länder 15% oder mehr betragen solle. Letzte Woche waren per Präsidentenerlass noch 10% angeordnet worden. Die Trump-Administration bemüht sich, die vom Supreme Court für rechtswidrig erklärten Zölle zu ersetzen.

Laut Freddie Mac ist der durchschnittliche 30-jährige Hypothekenzins in den USA erstmals seit 2022 unter 6% gefallen.

Moody’s warnte diese Woche, dass die großen Technologieunternehmen ihre milliardenschweren Schulden für den Bau von Datenzentren in Zweckgesellschaften verstecken könnten, die von anderen finanziert werden. Die langfristigen Kosten für das Rückleasing dieser Datenzentren seien aus Sicht der Ratingagenturen und vieler Investoren nichts anderes als Schulden, so die Studie.

Der amerikanische Produzentenpreisindex ist im Januar um 2,9% z.Vj. gestiegen. Im Dezember betrug der Anstieg noch 3%. Erwartet worden waren 2,6%.

Die Regierung werde darauf drängen, nicht börsennotierte Aktiva in 401(k)-Plänen zuzulassen. Das sagte US-Finanzminister Scott Bessent diese Woche. Man wolle eine „Demokratisierung der Erträge“ erreichen – und Pensionspläne keineswegs zu einem „Abladeplatz“ für qualitätsschwache oder illiquide Aktiva machen.

Nachdem der Supreme Court Trumps IEEPA-Zölle gegen die EU und andere für rechtswidrig erklärt hatte, vertagte das Europäische Parlament diese Woche die Abstimmung über die Ratifizierung des Handelsabkommens mit den USA. Am 4. März wird das Parlament erneut darüber debattieren, ob man den USA jetzt trauen könnte, dass sie die Handelsvereinbarungen vom letzten Jahr einhalten.

Wie das Wall Street Journal am Donnerstag berichtete, wird die Fed gegen die Vorladungen (Subpoenas) des US-Justizministeriums wegen der Kostenüberschreitung bei der Renovierung des Notenbankhauptsitzes vorgehen. In nicht öffentlicher Verhandlung forderte die Fed dazu auf, die Vorladungen aufzuheben. Die Notenbank sei dann mitunter nicht mehr oder nur noch in geringerem Ausmaß zu einer Stellungnahme verpflichtet, so der Bericht.

Die Erwartungskomponente des Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von revidierten 89,6 im Januar auf 90,5. Sie lag damit über der Medianschätzung der von Bloomberg befragten Volkswirte von 90.

Peter Mandelson, der frühere britische Botschafter in den USA, wurde diese Woche wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch verhaftet. Man warf ihm vor, Regierungsunterlagen an den in Ungnade gefallenen Finanzier Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben.

Bei seinem Besuch in Peking diese Woche forderte Bundeskanzler Friedrich Merz China auf, die Subventionen für die inländische Industrie zu senken und eine Renminbi-Aufwertung zuzulassen. Außerdem solle China sicherstellen, dass weiterhin kritische Rohstoffe exportiert werden.

Fitch Ratings schrieb in einer neuen Studie diese Woche, dass die Ungleichgewichte in der chi­nesischen Binnenwirtschaft jetzt so groß seien wie noch nie. Die Haushalte würden immer mehr sparen, der Konsum sei schwach, und die Investitionen seien zuletzt zurück­gegangen. Deshalb würde das Wirtschaftswachstum zunehmend vom Export und einer expansiven Fiskalpolitik durch das Haushaltsdefizit abhängen.

Der amerikanische Konsumklimaindex des Conference Board stieg von nach oben revidierten 89,0 im Januar auf 91,2 im Februar. Der Arbeitsmarktindex – die Differenz zwischen Umfrageteilnehmern, die ausreichend Arbeitsplätze sehen, und jenen, die sie für knapp halten – stieg ebenfalls.

Japans Premierministerin Sanae Takaichi nominierte mit Ayano Sato und Toichiro Asada zwei Wissenschaftler für den Notenbankvorstand, die für ihre Reflationspolitik offen sind. Das dürfte die Spekulationen anheizen, dass sie die Notenbank erst einmal von weiteren Zinserhöhungen abhalten will, um das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Nach Angaben des Institute of International Finance sind die Schulden letztes Jahr weltweit um fast 29 Billionen US-Dollar auf einen Rekordwert von 348 Billionen US-Dollar gestiegen, der größte jährliche Zuwachs seit Corona. Hauptgrund waren die staatlichen Verteidigungsinvestitionen, aber auch KI-Ausgaben.

Das amerikanische Finanzministerium teilte mit, dass es aus humanitären Gründen den Verkauf venezolanischen Öls an Kubas Privatwirtschaft erlauben werde. Der Verkauf an den Staat sei aber weiter untersagt.

Pakistans Außenminister sprach von einem „offenen Krieg“ seines Landes mit Afghanistan. Die Rede ist von gegenseitigen Luftangriffen und Zusammenstößen an der Grenze. Pakistan beschuldigt die afghanischen Taliban, Extremisten zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben.

Da kanadische BIP war im 4. Quartal überraschend schwach. Es fiel annualisiert um 0,6%, vor allem wegen fallender[RK1]  Lagerbestände. Die Daten dürften aber nur geringe Auswirkungen auf die Geldpolitik haben; die Bank of Canada wird ihren Leitzins wohl nicht ändern.

GEWINNMELDUNGEN

Etwa 96% der S&P-500-Unternehmen haben ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Kombiniert mit Schätzungen für die Unternehmen, deren Daten noch fehlen, sind die Gewinne je Aktie gegenüber dem Vorjahresquartal um 14,2% gestiegen, schreibt FactSet. Die Umsätze legten um 9,4 % z.Vj. zu.

NÄCHSTE WOCHE

Montag: Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe (weltweit)

Dienstag: Euroraum-Verbraucherpreisindex

Mittwoch: Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor (weltweit), Arbeitslosenquote im Euroraum

Donnerstag: Einzelhandelsumsätze im Euroraum, Produktivität in den USA

Freitag: Euroraum-BIP, US-Arbeitsmarktbericht, US-Einzelhandelsumsätze

 

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

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Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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