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DIE WOCHE IM RÜCKBLICK
7 min

Starkes Wachstum, steigende Anleihenrenditen

Wirtschaft und Märkte aktuell

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19. bis 25. September 2026

Internationale Aktien bewegten sich diese Woche meist seitwärts, vor allem wegen des deutlichen Renditeanstiegs in den USA und der volatilen Ölpreise. Die US-Zehnjahresrendite legte bis zur Wochenmitte um über 20 Basispunkte auf mehr als 5% zu. Die 30-Jahres-Rendite war so hoch wie seit 2004 nicht mehr – ausgelöst durch den überraschend hohen Flash-Einkaufsmanagerindex in den USA, längere Lieferzeiten und Arbeitskräftemangel. Man rechnete daher mit weiteren Zinserhöhungen der Fed. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich nach iranischen Drohungen zeitweise auf über 106 US-Dollar. Nach Berichten über amerikanisch-iranische Verhandlungen und eine allmähliche Wiederöffnung der Straße von Hormus gab der Ölpreis aber wieder nach. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) stieg die Volatilität diese Woche von 14,8 auf 15,7.

KONJUNKTUR

Starke Flash-Einkaufsmanagerindizes weltweit, zunehmender Inflationsdruck

In den Industrieländern waren die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für den September unterschiedlich, aber meist gut. An der Spitze standen die USA. Hier stieg der Composite-PMI auf ein 5-Jahres-Hoch von 58,4; sowohl der Dienstleistungs- als auch der Industrieindex übertrafen die Erwartungen. Die Faktorkosten waren aber so hoch wie seit Oktober 2022 nicht mehr. Überraschend gut war auch der Composite-Index für den Euroraum. Trotz steigender Energiepreise legte er auf ein 41-Monats-Hoch von 53,1 zu, mit Deutschland und Frankreich an der Spitze. Analysten hatten mit 51,7 gerechnet. Schwächer war der britische Composite-Index, der wegen der nachlassenden Dienstleistungskonjunktur und fallender Auftragseingänge auf ein 3-Monats-Tief von 51,7 fiel. Alles in allem bleibt die Konjunktur gut. Die wieder höhere Inflation, vor allem wegen steigender Energiepreise, könnte die Notenbanken aber zu Zinserhöhungen veranlassen.

Amerikanisch-chinesischer Handelskrieg weiter auf Eis

Bei ihrem Gipfeltreffen in Washington einigten sich Trump und Xi darauf, im Handelskrieg weitere zwei Monate stillzuhalten, statt bis zum 10. November bis zum 10. Januar 2027. Kurzfristige Zollerhöhungen wurden so vermieden. Beide Staatschefs äußerten sich versöhnlich. Xi sprach sich für „Partnerschaft statt Rivalität“ aus, doch blieben deutliche Fortschritte bei zentralen Fragen aus. Beim Thema KI bestand Trump darauf, dass keine zusätzliche Regulierung nötig sei, während Xi dafür aufgeschlossen schien. Auch andere wichtige Themen wie der Zugang zu Seltenen Erden, Taiwan und der Irankrieg warten weiter auf eine Lösung.

Scharfe Äußerungen der Fed

Mehrere Vertreter der amerikanischen Notenbank gaben diese Woche den Falken. Sieben Offenmarktausschussmitglieder – Musalem, Barkin, Collins, Barr, Williams, Hammack und Paulson – äußerten entweder eine klare Zustimmung zur Zinserhöhung auf 3,75% bis 4,00% in der letzten Woche oder stellten weitere Zinsschritte in Aussicht. Williams nannte eine weitere Erhöhung noch in diesem Jahr „vernünftig“, sodass die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im Oktober aus Marktsicht auf etwa 75% stieg. Hammack sprach von „mehreren aufeinanderfolgenden Schocks“, die weiter für Inflationsrisiken sorgten. Paulson erklärte, die Septemberinflation sei „entscheidend“ für ihr Stimmverhalten gewesen, und eine weitere moderate Erhöhung könne geboten sein. Die Äußerungen der Fed in dieser Woche sprechen auf absehbare Zeit für höhere Zinsen. Am Markt erwartet man bis zum Jahresende im Schnitt noch 1,5 Erhöhungen.

Neues aus der UN-Vollversammlung

Der Krieg zwischen den USA und dem Iran dominierte die UN-Vollversammlung 2026. US-Präsident Trump verteidigte den schon siebenmonatigen Krieg, überraschte die Märkte aber mit der Aussage, dass man im Hintergrund mit dem Iran verhandle – obwohl sich Irans Staatschef unnachgiebig zeigte. Ukraines Präsident Selenskyj drängte seine Verbündeten zu größeren Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Zum Thema KI traten Sam Altman von OpenAI und Dario Amodei von Anthropic erstmals gemeinsam vor dem UN-Sicherheitsrat auf und drängten auf internationale Zusammenarbeit bei KI-Sicherheitsstandards.

KURZ GEFASST

Am 21. September stieg die Meta-Aktie um 11%. Sie reagierte auf die klaren Anzeichen für eine hohe Nachfrage nach dem neuen KI-Agenten „Muse“ und zog andere Technologieaktien mit nach oben. In den ersten sechs Tagen wurde das Programm über 900.000 Mal heruntergeladen. Die Meta-Aktie ist diesen Monat um etwa 33% gestiegen; der September könnte der stärkste Monat seit 2013 werden.

Nach dem australischen Arbeitsmarktbericht ist die Beschäftigung im Land um 39.500 gestiegen, fast doppelt so stark wie erwartet. Die Arbeitslosenquote legte dennoch leicht auf 4,6% zu, da die Partizipationsquote und damit die Zahl der Arbeitssuchenden ebenfalls stieg. Die uneinheitlichen Daten schadeten dem australischen Dollar. Für die Notenbank wird die nächste Zinsentscheidung damit nicht einfacher. Am Markt rechnet man jetzt weniger stark mit Zinserhöhungen, obwohl der ordentliche Beschäftigungszuwachs für einen grundsätzlich stabilen Arbeitsmarkt spricht.

Die norwegische Notenbank hat ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 4,50% angehoben. Bei Bedarf sei sie zu weiteren Zinserhöhungen bereit, damit die Inflation zum 2%-Ziel zurückkehre. Die Zinsen würden wohl noch länger hoch bleiben.

Die schwedische Riksbank beließ ihren Leitzins wie erwartet bei 1,75%, äußerte sich aber recht scharf. Sie signalisierte Zinserhöhungen noch in diesem Jahr und generell höhere Leitzinsen.

Die Schweizerische Nationalbank ließ ihren Leitzins unverändert bei 0,00% und ruderte beim Thema Frankeninterventionen zurück. Notenbankchef Schlegel sagte, dass man künftig von Sitzung zu Sitzung entscheiden wolle.

Die OECD hob ihre Inflationsprognosen für das kommende Jahr für alle G20-Länder mit Ausnahme von China und Saudi-Arabien an. Sie begründete das mit neuen Energiepreisschocks. Weltweit müsse die Geldpolitik – auch in den USA und Australien – vielleicht weiter gestrafft werden.

Nach den endgültigen Werten ist der Konsumklimaindex der University of Michigan im September auf 48,1 gefallen, ein 4-Monats-Tief und unter den 51,7 von August. Steigende Preise machen den Amerikanern immer größere Sorgen. Die 1-Jahres-Inflationserwartungen legten von 4,0% auf 4,6% zu.

NÄCHSTE WOCHE

Montag: September-Industrieindex der Dallas Fed in den USA, August-Gewinne der chinesischen Industrie

Dienstag: Konsumklimaindex des Conference Board und JOLTS-Arbeitsmarktbericht für August in den USA, chinesische Einkaufsmanagerindizes (PMIs), australische Verbraucherpreise

Mittwoch: ADP-Arbeitsmarktbericht für September und PCE-Index für August in den USA

Donnerstag: Arbeitslosenquote im Euroraum, ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in den USA, Verbraucherpreisindex für Tokio

Freitag: Arbeitsmarktbericht (ohne Landwirtschaft) für September in den USA, September-Verbraucherpreisindex für den Euroraum

 

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Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

AUTOR

Zach Knope
CFA, Strategist, Strategy and Insights Group

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