decorative
ZUR SACHE
3 min

USA und Israel greifen Iran an

Die Märkte reagieren auf den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten, der die Ölversorgung gefährden könnte. Umso wichtiger ist Diversifikation.

AUTOR

MFS MARKET INSIGHTS TEAM

Im Überblick

  • Auswirkungen vor allem auf die Energiepreise wegen der Blockade der Straße von Hormus
  • Bislang nur begrenzte iranische Angriffe auf Förderanlagen in der Region
  • Starker Erdgaspreis-anstieg, weil Tanker nicht mehr versichert werden
  • Vielleicht diplomatische Lösung, wenn die neue iranische Führung Formen annimmt


Am 28. Februar haben die USA und Israel den Iran massiv aus der Luft angegriffen. In der ersten Welle attackierte Israel eine Sitzung der iranischen Führung und tötete den obersten Führer, Ayatollah Ali Chamenei. Der Iran beschoss Israel und einige Nachbarländer am Persischen Golf daraufhin mit Raketen und Drohnen. Bislang konzentrierten sich diese Angriffe auf militärische und zivile Ziele ohne größere Schäden an der Energieinfra-struktur. US-Präsident Donald Trump und Israels Premier Benjamin Netanjahu riefen das iranische Volk zum Aufstand und zum Sturz der Regierung auf. Die neue iranische Führung steht noch nicht fest. Ihre Struktur und Ausrichtung werden entscheidend dafür sein, ob man sich wieder um eine diplomatische Lösung bemüht.

Steigende Gaspreise in Europa

Nach Russlands Einmarsch in die Ukraine vor vier Jahren begann Europa, Erdgas unter anderem im Nahen Osten zu beziehen. Nach dem Kriegsausbruch und dem iranischen Angriff auf vier Tanker in der Straße von Hormus, dem strategisch wichtigen Zugang zum Persischen Golf, werden Schiffe in der Region aber nicht mehr gegen Kriegsschäden versichert. In Europa sind die Erdgaspreise zum Teil kräftig gestiegen – und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die Lager meist nur wenig gefüllt sind. Etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls passiert jeden Tag die Meerenge. Bleibt sie dauerhaft blockiert, könnte die Inflation steigen. Die Staatsanleihenrenditen haben nach den Ereignissen vom Wochenende bereits zugelegt – eine ungewöhnliche Reaktion auf eine weltpolitische Krise.

Entscheidend ist die Dauer

Weltpolitische Krisen haben meist nur begrenzte Auswirkungen auf die Märkte – es sei denn, die wirtschaftlichen Fundamentaldaten verschlechtern sich. Die langfristigen Folgen für die Weltwirtschaft und die künftigen Energie-exporte aus der Golfregion hängen entscheidend davon ab, wie lange der Konflikt anhält. 

Weltweite Diversifikation ist wichtig

Die Geschichte lehrt uns, dass man sich nur schwer gegen weltpolitische Risiken absichern kann. Die jüngsten Ereignisse zeigen daher umso mehr, wie wichtig Diversifikation ist. Den Komplexitäten der Märkte kann man am besten mit einem ausgewogenen Portfolio begegnen, das in unterschiedliche Assetklassen, Regionen, Währungen und Sektoren investiert. Außerdem halten wir aktives Risikomanagement für wichtiger denn je.

 

 

Die hier dargestellten Meinungen sind die der MFS Strategy and Insights Group, eines Teils der Vertriebssparte von MFS. Sie können von denen der Portfoliomanager und Analysten von MFS abweichen. Die Einschätzungen können sich jederzeit ändern. Sie dürfen nicht als Anlageberatung, Wertpapierempfehlung oder Hinweis auf beabsichtigte Transaktionen von MFS verstanden werden. Prognosen sind keine Garantien.

Diversifikation garantiert keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für künftige Ergebnisse.

67722.1
close video