decorative
DIE WOCHE IM RÜCKBLICK
7 min

Hoffnung auf Iran-Deal lässt Aktien wieder steigen

Wirtschaft und Märkte aktuell

In den schnelllebigen Märkten von heute können unsere umsetzbaren Erkenntnisse Ihnen helfen, einen Schritt voraus zu sein.

Erhalten Sie unsere Active 360o Insights direkt in Ihr Postfach
Indem Sie Ihre Kontaktinformationen eingeben und diese E-Mails abonnieren, stimmen Sie der Verarbeitung und Speicherung Ihrer Kontaktinformationen durch MFS zum Zwecke der Verwaltung Ihres Abonnements sowie zu Vertriebs- und Marketingzwecken zu. Sie können diese E-Mails jederzeit abbestellen, indem Sie den Anweisungen im Abmeldelink in den Ihnen zugesandten Materialien folgen. Sie können die Datenschutzrichtlinie von MFS auf mfs.com einsehen, um weitere Informationen darüber zu erhalten, wie wir Ihre Daten verwenden.

AUTOR

Jamie Coleman
Senior Strategist, Strategy and Insights Group

6. bis 12. Juni 2026

Internationale Aktien reagierten diese Woche mit Kursgewinnen auf Berichte über eine unmittelbar bevorstehende Einigung zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Krieges. Die US-Zehnjahresrendite fiel um sechs Basispunkte auf 4,48%. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verbilligte sich um 6,75 US-Dollar auf 85 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) stieg die Volatilität diese Woche von 17,4 auf 18,4.

KONJUNKTUR

Einigung zwischen USA und Iran angeblich in greifbarer Nähe

Nach mehreren Angriffen auf den Iran zu Wochenbeginn sagte US-Präsident Trump die für den Donnerstagabend geplanten weiteren Angriffe ab. Er begründete das mit einer unmittelbar bevorstehenden Einigung mit der iranischen Führung. Schon am Montag könne der Vertrag in der Schweiz unterzeichnet werden, kurz vor dem Beginn des G7-Gipfels im nahen französischen Évian. Iranische Staatsmedien bestritten unterdessen weiterhin, dass man sich verständigt habe, doch prüfe man gerade einen Vertragsentwurf. Am Freitagmorgen bestritt Trump das, sprach von „Durchstechereien“ und „Fake News“ und forderte den Iran auf, „sich endlich zu bewegen“. Kurz darauf schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X, dass eine Einigung nie näher gewesen sei. In den letzten Tagen sind die Öl- und Erdgaspreise deutlich gefallen, vor allem am Donnerstag und am frühen Freitag, weil man auf eine Einigung, die Wiederöffnung der Straße von Hormus und den Beginn der geplanten 60-tägigen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm hoffte. Auch die Anleihenrenditen gingen leicht zurück.

Ob Deal oder nicht: Der Nahe Osten liefert mehr Öl

Schon vor den jüngsten Friedensbemühungen waren die Ölexporte aus dem Nahen Osten wieder gestiegen. Auch dank amerikanischen Geleitschutzes passierten zuletzt zahlreiche Schiffe die Straße von Hormus. Die Golfstaaten scheinen neue Wege zu finden, trotz der anhaltenden Spannungen mit Teheran Öl zu exportieren. Bloomberg schätzt, dass jetzt täglich 2 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte die Golfregion verlassen – zwar noch immer weniger als vor dem Krieg, aber doch deutlich mehr als zuletzt. Der Transport nicht iranischen Öls durch die Meerenge sei diesen Monat schon um etwa 50% gestiegen. Zur Beruhigung der Energiemärkte trug auch bei, dass China in den letzten Wochen sehr viel weniger Öl importiert hat.

Uneinheitliche US-Inflationszahlen im Mai

Wie am Mittwoch bekannt wurde, sind die amerikanischen Verbraucherpreise im Mai nur um überraschend geringe 0,2% z.Vm. gestiegen. Die Produzentenpreise legten hingegen um überraschend hohe 1,1% z.Vm. zu. Beide Zahlen fließen in den PCE-Kernindex ein, den wichtigsten Inflationsindikator der Fed, der am Monatsende veröffentlicht wird. Er würde demnach um etwa 0,4% steigen. Die Fed dürfte sich dann weiter um die Preisstabilität sorgen und könnte die Zinsen vielleicht noch dieses Jahr erhöhen. Der neue Notenbankchef Kevin Warsh wird nächste Woche erstmals eine Offenmarktausschusssitzung leiten. Man rechnet zwar nicht mit einer Zinsänderung, doch dürfte der Hinweis auf mögliche Zinssenkungen aus dem offiziellen Statement gestrichen werden.

Höchstrichterliches Urteil schützt Fondsgesellschaften

Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom Donnerstag schützt Investmentfonds vor bestimmten Anlegerklagen. Nach Meinung der Richter gibt der Investment Company Act von 1940 Fondsanlegern nicht das Recht, Fonds wegen ihrer Statuten oder Anlageentscheidungen zu verklagen. Nach dem Urteil sind solche Klagen in den meisten Fällen unzulässig. Vielmehr müsse die Börsenaufsicht SEC aktiv werden. Damit wird ein früheres Urteil eines Bundesberufungsgerichts aufgehoben. Es hatte Anlegern das Recht zugesprochen, auf dem Klageweg die Rückabwicklung von Verträgen zu verlangen.

KURZ GEFASST

Am Donnerstag entschied das amerikanische Bundesberufungsgericht, dass die Trump-Administration gemäß Section 122 des Trade Acts von 1974 weiter 10% Zoll auf alle Importe erheben könne. Das gelte bis zur Entscheidung über die Berufung der Regierung gegen die Entscheidung eines unteren Gerichts.

Wegen der Marktvolatilität aufgrund des Irankriegs stieg das amerikanische Nettohaushaltsvermögen im 1. Quartal nur um 113,1 Milliarden US-Dollar auf 183 Billionen US-Dollar. Im 4. Quartal 2025 hatte es noch um 1,73 Billionen US-Dollar zugelegt.

Die Verkäufe amerikanischer Bestandsimmobilien stiegen im Mai um 3,2% z.Vm. Der Anstieg im April wurde von 0,2% auf 0,7% heraufkorrigiert.

Schwaches Wachstum bei steigender Inflation stellt die Bank of Canada vor ein Dilemma. Wie erwartet ließ sie ihren Leitzins daher unverändert bei 2,25%.

Japans Wirtschaft wuchs im 1. Quartal annualisiert um 1,8%. Die frühere Schätzung von 2,1% wurde nach unten korrigiert.

Trotz des Irankriegs hat Japan seine Ölversorgung bis Ende März 2028 gesichert – durch eine Kombination aus Importen aus anderen Ländern und der Freigabe von Lagerbeständen. Das sagte Premierministerin Sanae Takaichi am Donnerstag, als sie den Energieausblick für die Zeit von April 2027 bis März 2028 vorstellte.

Das amerikanische Handelsbilanzdefizit ging wegen steigender Exporte im April leicht auf 55,9 Milliarden US-Dollar zurück.

Die Treuhänder des US Social Security Retirement Trust erwarten, dass dem Fonds Ende 2032 das Geld ausgeht, ein Quartal früher als letztes Jahr prognostiziert.

Der britische Premier Keir Starmer will Minister zum Rücktritt auffordern, die Andy Burnham oder einen anderen Gegenkandidaten für den Parteivorsitz unterstützen. Das berichtete die Financial Times diese Woche. Unabhängig davon trat Verteidigungsminister John Healey am Donnerstag zurück, da er den Verteidigungshaushalt für nicht ausreichend hält.

Die Fed wird am 24. Juni die jährlichen Stresstestergebnisse für die großen Banken vorlegen.

Laut Bloomberg wurden in Europa und Asien so viele syndizierte Staatsanleihen (die Anlegern über Banken angeboten werden) begeben wie noch nie. Grund seien die deutlich höheren Staatsausgaben. Seit Jahresbeginn wurden für 504 Milliarden US-Dollar neue Staatsanleihen an den Markt gebracht.

Japans Notenbankchef Kazuo Ueda liegt im Krankenhaus und dürfte nach Angaben der Bank of Japan die Sitzung in der nächsten Woche verpassen. Vermutlich wird er noch zwei Wochen stationär behandelt.

Nach monatelangen Verzögerungen unterschrieb Präsident Trump ein 70 Milliarden US-Dollar schweres Finanzierungspaket für die Einwanderungsbehörde ICE sowie die Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP. Das Geld soll bis zum Ende seiner Amtszeit reichen.

Am Donnerstag ließ Präsident Trump wissen, dass die USA das USMCA-Handelsabkommen nicht verlängern werden. Bis zum 1. Juli müssen die drei Vertragspartner entscheiden, ob das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada weitere 16 Jahre gelten soll.

Der amerikanische Konsum bleibt stabil. Die Kreditkartenzahlungen sind im Mai um 5,1% z.Vj. gestiegen, der stärkste Zuwachs seit fast vier Jahren. Das zeigen die internen Kreditkartendaten der Bank of America. Der Anstieg liegt nicht allein an den höheren Benzinpreisen. Auch sonst wird mehr Geld für Güter und Dienstleistungen ausgegeben.

Am Freitag begann der Handel mit SpaceX-Aktien, die zum Preis von 135 US-Dollar an die Börse kamen. Damit wurden bei einem Unternehmenswert von 1,77 Billionen US-Dollar 75 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Statt wie zunächst geplant 30% erhielten Privatanleger nur 20% der neuen Aktien. Bloomberg berichtet über eine gut vierfache Überzeichnung.

NÄCHSTE WOCHE

Montag: Industrieproduktion in den USA und im Euroraum

Dienstag: Baubeginne in den USA

Mittwoch: Verbraucherpreise in Großbritannien und dem Euroraum, Einzelhandelsumsätze und schwebende Hausverkäufe in den USA, Offenmarktausschusssitzung der Fed

Donnerstag: britische Arbeitslosenquote, Sitzung der Bank of England

Freitag: japanische Verbraucherpreise, britische und kanadische Einzelhandelsumsätze, US-Märkte wegen Juneteenth geschlossen

 

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.

Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt „Produkte“ auf mfs.com.

Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.

Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

48666.3
close video