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DIE WOCHE IM RÜCKBLICK
7 min

Was passiert mit der Energieinfrastruktur im Nahen Osten?

Wirtschaft und Märkte aktuell

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AUTOR

Jamie Coleman
Senior Strategist, Strategy and Insights Group

14. bis 20. März 2026

Internationale Aktien gaben diese Woche nach; der Energiepreisschock durch den Nahostkrieg hatte die Märkte weiter im Griff. Die US-Zehnjahresrendite stieg um 8 Basispunkte auf 4,32%, so viel wie seit August nicht mehr. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 3,50 US-Dollar auf 97 US-Dollar, kostete zwischenzeitlich aber fast 101,50 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) betrug die Volatilität diese Woche unverändert 23,8.

IRANKRIEG

Eskalation nach Angriffen auf Energieinfrastruktur

Damit sich die Lebensbedingungen im Iran verschlechtern und dies die Regierung schwächt, hatte Israel eine iranische Erdgasförderung angegriffen. Der Iran reagierte mit dem Beschuss von Energieinfrastruktur im gesamten Nahen Osten, auch im katarischen Ras Laffan. Die weltgrößte Flüssigerdgasanlage hat etwa 17% Anteil an Katars LNG-Exporten. Katarische Behörden schätzen, dass die Reparatur drei bis fünf Jahre dauern könnte. US-Präsident Donald Trump forderte, die Angriffe auf Energieinfrastruktur auszusetzen. Er drohte dem Iran mit der Zerstörung des South-Pars-Gasfelds, sollten die Angriffe nicht aufhören.

Die US-Marine entsandte einen Flottenverband in den Nahen Osten. Viel wird darüber spekuliert, dass die USA die Straße von Hormus gewaltsam wieder öffnen könnten. Amerikanische Flugzeuge haben viele kleinere iranische Schiffe versenkt und Raketenwerfer nahe der Straße von Hormus zerstört. Präsident Trump wandte sich aber gegen Spekulationen, dass er den Einsatz von Bodentruppen plane. Am Donnerstagabend sagte dann Israels Premier Benjamin Netanjahu, dass der Krieg viel eher zu Ende sein würde, als man glaube. Israel werde den USA bei der Öffnung der Straße von Hormus helfen. Die Ölpreise bleiben volatil, liegen aber wieder unter den Höchstständen von etwa 119 US-Dollar je Barrel Brent. Gold und Silber wurden diese Woche ebenfalls billiger, da die Händler jetzt nicht mehr mit Zinssenkungen, sondern mit Zinserhöhungen rechnen.

Keine vollständige Unterbrechung der Ölexporte aus dem Nahen Osten

Die Ölförderung im Nahen Osten ist zwar erheblich gestört, doch erreichen noch immer einige Barrel den Weltmarkt. Man schätzt, dass iranische Tanker auf Kharg Island täglich noch immer mit durchschnittlich 1,1 bis 1,5 Millionen Barrel beladen werden, etwa so viel wie vor dem Krieg. Die meisten Schiffe fahren nach China. Die USA erwägen allerdings, die Sanktionen gegen iranisches Öl aufzuheben. Dann könnten auch andere Länder beliefert werden, damit sich der Markt entspannt. Saudi-Arabien leitet dem Vernehmen nach etwa die Hälfte der üblichen täglichen Förderung per Pipeline zum Roten Meer und umgeht damit den Persischen Golf. Auch der Irak liefert Berichten zufolge täglich etwa eine viertel Million Barrel über Pipelines in die Türkei. Die USA haben, so heißt es, ein Exportverbot ausgeschlossen, damit das Angebot nicht noch weiter fällt. Auch auf Interventionen am Ölterminmarkt will die US-Regierung verzichten.

KONJUNKTUR

Amerikanisch-chinesischer Gipfel verschoben

Präsident Trump bat um eine Verschiebung des für den 31. März geplanten Gipfeltreffens in Peking um „etwa einen Monat“, damit er in Washington bleiben und von dort weiter den amerikanischen Militäreinsatz koordinieren könne. Zur Vorbereitung des jetzt verschobenen Gipfels trafen sich amerikanische und chinesische Unterhändler diese Woche in Paris. Chinas Vizehandelsminister Li Chenggang sagte, dass sich die USA und China auf stabile Zölle geeinigt hätten. Außerdem habe man über bessere Handelsbeziehungen gesprochen.

NOTENBANKEN

Am Mittwoch ließ die Fed ihren Leitzins unverändert und stellte für 2026 und 2027 jeweils eine Zinssenkung in Aussicht. Notenbankchef Jerome Powell meinte, dass man die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkrieges noch nicht abschließend beurteilen könne. Weitere Zinssenkungen hingen davon ab, ob die Inflation wieder nachlasse. Powell ergänzte, dass er weiter kommissarisch im Amt bleiben werde, falls sein Nachfolger beim Ende seiner Amtszeit im Mai noch nicht bestätigt sei. Außerdem würde er einfaches Vorstandsmitglied bleiben, solange die Ermittlungen gegen die Fed noch nicht abgeschlossen seien. Noch wisse er aber nicht, ob er dem Board auch nach Abschluss der Ermittlungen weiter angehören werde.

Die Europäische Zentralbank ließ ihren Benchmarkzins, den Einlagensatz, am Donnerstag unverändert bei 2%. Sie warnte aber, dass der Nahostkrieg den Wirtschaftsausblick sehr viel unsicherer mache, und verwies auf steigende Inflationsrisiken durch höhere Ölpreise sowie schwächere Wachstumsaussichten. Wenige Stunden nach der EZB-Ratssitzung berichtete Bloomberg, dass über eine Zinserhöhung im April gesprochen worden sei. Der Juni scheint allerdings wahrscheinlicher, sollte es Anzeichen für Zweitrundeneffekte bei der Inflation geben.

Die Bank of Canada ließ ihren Leitzins am Mittwoch unverändert bei 2,25%. Sie warnte vor einem weltweiten Inflationsanstieg durch höhere Energiepreise infolge des Krieges. Eine vorübergehend höhere Teuerung werde sie aber „ignorieren“, da sie sich eher von Wachstumsrisiken leiten ließe.

Die Bank of England ließ ihren Leitzins am Donnerstag ebenfalls unverändert. Alle neun Ausschussmitglieder stimmten dafür, dass er weiter 3,75% betragen solle. Man würde aber bei einem Inflationsanstieg aufgrund des Krieges oder höherer Energiepreise sofort handeln.

Auch die Bank of Japan traf sich am Donnerstag, und auch sie ließ ihren Kurzfristzins von 0,75% unverändert. Sie verwies ebenfalls auf Inflationsrisiken durch höhere Ölpreise aufgrund des Nahostkrieges. Notenbankchef Kazuo Ueda deutete an, dass man aufgrund der höheren Risiken auf eine Zinserhöhung verzichtet habe.

Unterdessen hat die Reserve Bank of Australia ihren Leitzins am 17. März um 25 Basispunkte auf 4,10% angehoben, die zweite monatliche Zinserhöhung in Folge. Begründet wurde das mit der anhaltend hohen Inflation und dem deutlichen Benzinpreisanstieg.

KURZ GEFASST

Das amerikanische Haushaltsnettovermögen stieg im 4. Quartal um 2,17 Billionen US-Dollar auf 184,1 Billionen US-Dollar.

Im Februar stiegen die chinesischen Einzelhandelsumsätze um 2,8% z.Vj., und die Industrieproduktion legte um 6,3% zu. Beides übertraf die Erwartungen. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,1% auf 5,3%.

Die amerikanische Wertpapieraufsicht, die Securities and Exchange Commission, arbeitet an einem Vorschlag, börsennotierte Unternehmen von der Pflicht zur Quartalsberichterstattung zu befreien.

Analysten von Morgan Stanley rechnen damit, dass die Ausfallquoten von Private-Credit-Fonds auf 8% steigen, weil KI niedrigere Einnahmen von Softwarefirmen zur Folge habe. Die Risiken für Private Credit seien zwar hoch, aber keineswegs systemisch. Ein Übergreifen auf andere Märkte sei unwahrscheinlich.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen fielen von 39,4 im Februar auf ‑8,5 im März. Europäische Unternehmen haben mit den Folgen des Irankrieges und höheren Energiepreisen zu kämpfen.

Japans Finanzministerin Satsuki Katayama sagte diese Woche, dass die jüngsten Wechselkursänderungen fundamental nicht gerechtfertigt seien. Japan sei jederzeit zu einer Intervention bereit. Zu Wochenbeginn hatte der Yen aufgrund steigender Energiepreise auf 160 Yen je US-Dollar abgewertet. Japan importiert fast sein gesamtes Rohöl und Erdgas sowie fast seine gesamte Kohle.

Der Handelsausschuss des Europäischen Parlaments stimmte mit einer großen Mehrheit von 29:2 dafür, die Handelsvereinbarung zwischen der EU und den USA nächste Woche im Parlament zur Abstimmung zu stellen.

Präsident Trump hat den Jones Act für 60 Tage ausgesetzt. Er bestimmt, dass nur amerikanische und von amerikanischen Unternehmen betriebene Schiffe Fracht von einem US-Hafen zu einem anderen transportieren dürfen. Die Aussetzung erleichtert den Transport von Öl, Gas und Dünger, sodass Angebotsengpässe nachlassen.

In den USA fielen die Verkäufe neuer Immobilien im Januar um 17,6%. Grund war der extrem harte Winter in weiten Teilen des Landes.

NÄCHSTE WOCHE

Montag: Verbrauchervertrauen im Euroraum

Dienstag: vorläufige Einkaufsmanagerindizes (PMIs) weltweit, Lohnstückkosten und Produktivität in den USA

Mittwoch: britische Verbraucherpreise

Donnerstag: wöchentliche Arbeitslosengeldanträge in den USA

Freitag: britische Einzelhandelsumsätze

 

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Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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